Hilfsmittel zur Selbstrettung nach einem Unfall – Was bringt es wirklich?

Nach einem Unfall denkt man oft daran, wie man sich selbst schnell aus dem Fahrzeug befreien kann. Viele Menschen stellen sich die Frage, welche Hilfsmittel sinnvoll sind, um im Notfall die eigenen Chancen auf eine schnelle Rettung zu erhöhen. Zwei oft genannte Geräte sind der Scheibenhammer und der Gurttrenner, da sie bei einem Unfall helfen sollen, sich schnell aus dem Fahrzeug zu befreien. Doch sind diese Hilfsmittel tatsächlich so nützlich, wie oft angenommen?

Laut Unfallforschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sind Scheibenhammer und Gurttrenner für die Selbstbefreiung nach einem Unfall in den meisten Fällen nicht besonders hilfreich. Der Grund: Bei einem schweren Unfall sind Fahrzeuge oft so stark deformiert, dass eine Selbstrettung kaum möglich ist. In solchen Fällen übernimmt die Feuerwehr mit Spezialwerkzeug die Rettung.

Ein Scheibenhammer kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, etwa wenn ein Fahrzeug ins Wasser gerät. In diesem Fall hilft er, eine Scheibe schnell zu zerstören, um einen Druckausgleich zu ermöglichen, bevor das Auto untergeht. Doch in den meisten anderen Szenarien reicht der Hammer allein nicht aus.

Ein Gurttrenner kann sinnvoll sein, wenn sich der Sicherheitsgurt nicht lösen lässt oder das Auto stark beschädigt ist. Dennoch bleibt die Rettung durch Feuerwehrkräfte in schweren Unfallszenarien meist die einzige Möglichkeit.

Was ist wirklich wichtig nach einem Unfall?

Die Experten der MHH betonen, dass das rechtzeitige Alarmieren der Rettungskräfte oberste Priorität hat. Die Notrufnummern 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) sowie 110 (Polizei) sollten jedem bekannt sein. Je früher Hilfe eintrifft, desto besser die Chancen auf eine erfolgreiche Rettung.

Das bedeutet nicht, dass Scheibenhammer und Gurttrenner nutzlos sind. Sie können in Fällen, in denen man als Ersthelfer eine eingeklemmte Person befreien muss, durchaus hilfreich sein.